Der Wind hält stur die Richtung


Als wichtige Zwischenstation auf unserm Törn hatten wir La Coruña im Visir. Von dort sollte es über die sagenumwogene und geradezu berüchtigte Biskaya gehen. Klar, der Weg dorthin war lang und führte entlang einer nicht enden wollenden meist erhöhten Küste. Erst Spanien, dann Portugal und nun wieder Spanien. Das Wetter war grundsätzlich schön, nur der Wind blies die ganze Zeit nur aus einer Richtung: aus Norden. In der Stärke variierte er allerdings - und das erheblich, doch meist bewegte er sich zwischen 10 und 25 kn, erreichte aber auch Stärken von 30 kn und mehr. Nur später auf Höhe der Illa de Ons drehte er für kurze Zeit so weit auf NW, dass wir der WoC alle Tücher hochziehen konnten, um endlich einmal richtig (d.h. ohne Motorunterstützung) zu segeln.

Auch wenn man plant, morgens früh den Hafen zu verlassen, muss das nicht unbedingt Tatsache werden. So war's auch in Porto. Erst gegen Mittag liefen wir aus, weil wir noch ein paar Dinge einkaufen mussten, was am Tag zuvor - es war Sonntag - nicht möglich war. Und da die Geschäfte nicht allzu früh öffnen, braucht es etwas Geduld. Zudem kam es beim Ausklarieren zu einem besonders netten, dafür auch längeren Gespräch mit der Dame im Office, die uns schon am Abend vor dem Finale erzählt hatte, was wir uns in Porto alles ansehen sollten. Am Morgen ging's dann nur am Rande um Fussball, vor allem aber um die wirtschaftlichen Probleme und Aussichten ihres geliebten Landes Portugal. Wenn - so liess sie uns wissen - ihre Landsleute doch von den Fussballspielern lernen würden, ihre Arbeiten engagiert und konsequent anzupacken... Erfolge könne man nur mit der richtigen Einstellung erreichen.

Spät in der Nacht erreichten wir mit unserer WoC Viana do Castello, wo wir inmitten des Rio Lima vor Anker gingen, weil die Zugbrücke vor der Einfahrt zur Marina geschlossen und der Steg für späte Gäste von anderen Booten belegt war. Das Procedere hatte den Vorteil, dass wir am nächsten Morgen früh abfahren konnten und keine administrativen Aufgaben mehr zu erledigen hatten. Die versäumten Stunden vom letzten Morgen konnten somit (fast) wieder aufgeholt werden.


Hinweis

Die Beiträge in der Rubrik Prolog  sind gemäss Zeitverlauf sortiert. Der aktuelle Beitrag steht oben (vgl. das Datum).

Aktuelle Einträge
Archiv