Im Schlepptau


Von Cascais ging's zu zweit weiter nach Peniche, dann nach S. Martino do Porto. Die kleine Bucht, die uns kurz zuvor von einem Engländer empfohlen wurde, verfügt nur über eine enge Ein-/Ausfahrt, die man bei Ebbe besser nicht passiert. Nicht nur die Strömung, auch die Winde drängen die Schiffe schnell in Richtung felsiges Ufer. Eine typische Legerwall-Situation. Wir hatten uns so eingerichtet, dass wir mit der Flut einlaufen und uns einen Ankerplatz im Windschatten hoher Hügel sichern konnten. Die Konsequenz war allerdings, dass wir zum ersten Mal unser Dingi aufblasen und ins Wasser lassen mussten. Bislang hatte dies - zu einem Paket zusammengeschnürt - unter dem Besan sein Dasein gefristet.

Als nächste Station hatten wir uns Nazaré ausgesucht, unterwegs aber entschieden, dass wir gleich nach Figuera da Foz weitersegeln sollten, um etwas Zeit gutzumachen. Doch da machte uns ein gerissener Keilriemen einen Strich durch die Rechnung und zwang uns - nachdem wir Nazaré bereits hinter uns hatten - zur Rückkehr dorthin. Das letzte Stück liessen wir uns von einem Rescue-Boot in den Hafen geleiten, weil wir diesen nicht unter Segeln anlaufen wollten. Eine neue - und nicht ganz billige - Erfahrung.

Erst nach einem neuerlichen Tag Zwangsaufenthalt wegen der Reparatur ging's dann nach Figuera da Foz. Dieses Mal war ich ganz allein an Bord. Der Nebel, der sich schon in der Nacht zuvor über den Hafen von Nazaré und dessen Umgebung gelegt hatte (und der Zwischenfall mit der ausgefallenen Kühlwasserpumpe) raubten meinem Mitstreiter den letzten Mut und so liess er das Schiff und mich allein zurück. Er wusste nicht, dass er bereits einen Tag später von einem Kollegen, den ich kurzfristig erreichen konnte, abgelöst werden sollte. So kam Alain, ein taffer und leutseliger Australier, an Bord. Doch das erst in Figuera da Foz.

Bis dahin musste ich mich also allein durchschlagen, wobei sich das als mehr oder weniger problemlos herausstellte, solange ich nicht das Grosssegel hissen, reffen oder am Baum festmachen sollte. Dem Autopiloten das Schiff während dieser Aktionen (bei stürmischer See) allein zu überlassen, von dieser Idee war ich nun mal nicht überzeugt. Die zehn Stunden bis zum neuen Ziel verliefen reibungslos. Es fiel auch kein weiteres Aggregat mehr aus. Erfreulich zudem, dass bei der Einfahrt in den Hafen gleich mehrere Helfer herbeieilten, so dass die WoC ohne Probleme am zugewiesenen Platz festmachen konnte.


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