September 2018

Über Dänemark zurück in den Winter

Der letzte Monat unseres ​"Prologs" ist bereits ein paar Tage alt, als wir - hoffentlich zum letzten Mal – in ein Winterquartier wechseln. Organisiert ist es bereits. Den Winter 2018/19 wird die WoC in Schleswig-Holstein, in Laboe, verbringen - und wir die meiste Zeit ganz in der Nähe. Doch bevor wir uns bis zum nächsten Frühjahr verabschieden, berichten wir noch von unseren September-Erlebnissen.

Zwei Grossstadt-Häfen sowie zwei kleinere Marinas haben uns in dieser Zeit besonders in Anspruch genommen. Eine der ersteren war die in Helsingborg. Hier lagen wir einmal mehr  in der Nähe des Stadtzentrums vor einer Kulisse moderner Wohn- und Bürohäuser, grössere und kleinere Yachten legten am Kai gegenüber an, um bald wieder in See zu stechen. Doch Helsingborg ist überschaubar. Bis zur Peripherie waren es nur ein paar Kilometer, bis zum Schloss Sofiero, nördlich von Helsingborg, nicht viel weiter. Also fuhren wir hin. Sofiero ist von einem weitläufigen Park umgeben, der sehr gepflegt wird und uns beeindruckt und besonders gefallen hat. Neben einem Obst- und Rosengarten, einem grünen Labyrinth, Treibhäusern mit Gurken- und Tomatenpflanzen und sogar mit Weinstöcken haben wir die vielfältigen runden Dahlienrabatten bestaunt. Auch durch ein langes Tal mit Rhododendren sind wir gelaufen und haben uns vorgestellt, wie es dort im Mai/Juni aussehen mag, wenn die unzähligen baumgrossen Pflanzen in voller Blütenpracht stehen... Im Schloss selbst haben wir uns über seine Entstehung und über ihre Eigentümer, die schwedische Königsfamilie, informiert. Doch für Helsingborg hatten wir uns noch ein weit profaneres Ziel gesetzt: Wir wollten - bevor wir das Land verlassen - endlich eines der typischen schwedischen Gerichte kosten, die Köttbullar (gesprochen "Schöttböller"). Die Touristeninformation riet uns zwar, diese bei einem Besuch von IKEA zu geniessen, weil es dort die besten gäbe, doch das konnte uns nicht überzeugen. Also suchten wir weiter und fanden zum guten Glück in der Fussgängerzone ein kleines Restaurant mit den köstlichen schwedischen Fleischkugeln.

Vom Turm Kärnan, der auf einer Anhöhe über dem Stadtzentrum liegt und vom dänischen König früher auch als Wohnstätte benutzt wurde, hatten wir einen guten Blick auf den Hafen und erfuhren die wichtigsten Aspekte von Helsingborgs Geschichte. 

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Selbstverständlich wollten wir uns die Kronborg – das Hamletschloss – gegenüber von Helsingborg in Helsingör nicht entgehen lassen. Statt mit dem eigenen Schiff fuhren wir mit der Fähre über den Öresund. Das erste, was uns in Helsingör auffiel, als wir in die Altstadt kamen, waren Auslagen und Werbeplakate vor zahlreichen Geschäften mit bzw. für Alkoholprodukte(n). Für die Schweden, die ihren Wein, ihr Bier (ab 3.5 %) und härtere Alkoholika (ab Alter 20) in staatlichen Geschäften namens Systembolaget (welche allerdings gut dotiert sind) erstehen können - und das zu einem anständigen Preis im Vergleich zu anderen (umliegenden) Ländern - scheint es sich zu lohnen, über die Grenze - und das vor allem hier nach Dänemark - zu fahren (kurzer Weg), um sich dort mit den ersehnten Getränken einzudecken. Zahlreiche Geschäfte haben sich offensichtlich auf ihre schwedischen Kunden vorbereitet und ihr Angebot bis auf die Strasse aus- und aufgebaut. Schon auf der Fähre gab es Bier und Wein zu trinken und natürlich auch zu kaufen. 

Das Renaissance-Schloss Kronborg erwies sich für uns als Schloss der langen Wege. Jedenfalls taten uns am Abend die Füsse weh, nachdem wir weite Strecken um das Schloss und durch die weitläufige Anlage mit ihren unzähligen Räumen und unterirdischen, zudem nur wenig beleuchteten Kasematten zurückgelegt hatten. Interessant war es allemal, die Anlage zu besichtigen.

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Für unseren nächsten Halt hatten wir die Hauptstadt Dänemarks, Kopenhagen, ausgewählt. Wir lagen dort mit unserer WoC in einem ruhigen Arm des ehemaligen Hafens und doch in Fussgängerdistanz zum Zentrum. Schon bei den ersten Erkundigungen fiel uns auf, wie harmonisch alte und moderne Gebäude zum Teil dicht nebeneinander stehen, ohne sich zu stören. Ohnehin hat Kopenhagen zahlreiche sehenswerte Ziele. Dazu gehören nicht nur das Schloss Amalienborg, die Winterresidenz der Königin, der Nyhavn, ein Kanal und Naturhafen historischen Zuschnitts sowie die Meerjungfrau. Den Mut zur modernen Architektur der Dänen widerspiegeln das Königliche Opernhaus, bei dessen Anblick man sofort an das KKL Luzern denken muss. Auch das neue Königliche Schauspielhaus und die Bibliothek namens "Schwarzer Diamant" fallen dem Besucher ins Auge. Dazu kommen diverse Brunnen und Statuen. Bei letzteren erhielten wir den Eindruck, dass die Dänen ihre Könige und Königinnen wirklich verehren, jedenfalls fanden wir von jedem/jeder mindestens eine Statue in der Hauptstadt. Kopenhagen hat zudem einen speziellen Aussichtsturm: die Erlöserkirche. Diese hat einem Treppenaufstieg aussen um den Turm, den Jörg in seinen Jugendjahren mit seinem Vater schon einmal erklommen hatte; letzterer war leider - wegen stürmischen Wetters - geschlossen. Doch wir fanden eine Alternative. Den Runden Turm, dessen Aussichtsplattform man nicht über eine Treppe sondern über einen Schneckengang (zu Fuss) erreicht. Auch von dort erhielten wir den erwünschten Überblick über die Stadt. Weil es bei unserem Aufenthalt zum Teil heftig regnete, besuchten wir auch noch das Bertel Thorvaldsen Museum, das Skulpturen des berühmten dänische Bildhauers und seine private Kunstsammlung enthält. Ein wenig Kultur kann schliesslich nicht schaden. Dem Tivoli schenkten wir übrigens keine Zeit. Zusammengefasst sind wir uns einig, dass Kopenhagen eine der Städte war, die wir auf unserer Baltic-Tour besucht haben, die uns am nachhaltigsten beeindruckt hat. 

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Rødvig, ein noch aktiver Fischereihafen mit angebauter Marina für Freizeitsegler, war unser drittletztes Ziel in Dänemark. Der Ort liegt auf der Halbinsel Stevns im Süden der Ostküste Seelands. Auf dem Weg dorthin segelten wir an der 15 km langen spektakulären Küste Stevns Klint (UNESCO Welterbe) entlang. Kreide- und Kalkbrüche liegen hinter der Steilküste (sowie eine unterirdische  Verteidigungsanlage, die wir nicht besichtigt haben). Stevns Klint enthält eine dünne Schicht mit Fischton, welche Wissenschaftern 1978 den Beweis dafür lieferte, dass ein Asteroideinschlag für das Massensterben der Saurier verantwortlich war. Wir wanderten hoch oben entlang der Küste bis zur Kirche, deren vorderer Teil mitsamt Altar anfangs des 20. Jahrhunderts in die Tiefe stürzte, nutzten aber auch die Möglichkeit, die Küste von unten zu betrachten.

Unser nächster Hafen liegt auf der Insel Møn, der schönsten Insel Dänemarks – so die Touristenwerbung - in Klintholm. Auch hier prägen wieder Kreidefelsen die Küste. Mit den Fahrrädern fuhren wir zu Møns Klint, vor denen sich auf einem Stein im Meer ein Seehund ausruhte, später zum Schloss Liselund mit seinem weitläufigen Garten und verschiedenen im Park verteilten "Nebenhäusern", z.B. einer Schweizerhütte für den Verwalter, einem Norwegischen Haus für Gäste sowie einer Chinesischen Laube. Das Schloss selbst besitzt ein Reete-gedecktes Dach, was wohl aussergewöhnlich und eher selten anzutreffen ist. Mit dem Bus fuhren wir zudem quer über die hügelige Insel nach Stege, dem Hauptort derselben und bummelten durch die Gassen und dem Meer entlang. Als Souvenir brachten wir eine kleine Flasche des einheimischen Gins, der sehr vielfältig im Geschmack ist und deshalb besser ungemischt getrunken wird, mit auf die WoC. Unser letzter Hafen, der südlichste Ort Dänemarks, war Gedser. Dort mussten wir zwei Tage bleiben, weil ein heftiger Herbststurm wütete und dafür sorgte, dass Wasser aus dem Hafen abfloss und der Wasserspiegel fast einen Meter sank. Als sich der Sturm etwas beruhigt hatte, nahmen wir die Chance wahr und segelten nach Burgtiefen auf Fehmarn. Damit und dort hat sich der Kreis "Umrundung der Ostsee" für uns geschlossen. Mitte Mai 2017 legten wir ganz am Anfang unseres Ostseetörns schon einmal in diesem Hafen an. Dieses Mal mussten wir auch dort ein paar Tage bleiben, bevor uns der  nachlassende Sturm erlaubte, nach Laboe zurückzukehren. Dort wartet unsere WoC noch einmal auf ihr Winterlager und ihren letzten Schliff, bevor wir nächstes Frühjahr unser Hauptziel, eine Weltumsegelung, in Angriff nehmen. 

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Mit diesen Bildern und Zeilen verabschieden sich Suzanne und Jörg mit ihrer Wind of Change vorübergehend und wünschen allen eine gute Zeit - bis zum Frühjahr 2019. 

Ach ja. Das haben wir noch vergessen: Wer uns ein paar Zeilen schreiben möchte  - nicht nur im Zusammenhang mit dieser Website - kann das über das Register Kontakt problemlos tun. Wir freuen uns darauf.